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11.03.2010 | Wie reich ist die 2000-Watt-Gesellschaft?

Wirkung der Energiepolitik auf das Wachstum der Schweizer Wirtschaft

ETH Life informiert über die Studie

Ergebnisse der Studie

In den letzten drei Jahren wurde an der ETH Zürich ein neues Modell für langfristige ökonomische Prognosen entwickelt. Dabei werden die verschiedenen Triebkräfte des wirtschaftlichen Wachstums detailliert abgebildet. Mit Hilfe dieses Modells lassen sich die Auswirkungen von Energie- und Klimapolitik auf die langfristige Entwicklung der Schweizer Wirtschaft berechnen. Die modellierten Szenarien entsprechen dem Übergang zur 2000-Watt-Gesellschaft und der Erfüllung des 2°C-Ziels in der Klimapolitik, wie im Kopenhagen Akkord vorgesehen. Als politisches Instrument wird eine CO2-Abgabe verwendet.

Aus der Anwendung des Modells ergibt sich als zentrales Resultat, dass die Schweizer Wirtschaft auch mit einer ambitionierten Energie- und Klimapolitik weiterhin wachsen kann. Sowohl der gesamte Konsum als auch die einzelnen Sektoren werden auf dem Weg zur 2000-Watt-Gesellschaft und bei einer deutlichen Reduktion der CO2-Emissionen langfirstig zunehmen.

Im Vergleich zu einer Entwicklung ohne Klimawandel und ohne Energieknappheit verursacht die Energie- und Klimapolitik moderate, aber nicht vernachlässigbare Kosten. Im Jahr 2035 liegt der Konsum um rund 2 Prozent tiefer, d.h. das ursprüngliche Konsumniveau wird erst eineinhalb Jahre später erreicht. Wird dagegen eine wirtschaftliche Entwicklung mit ungebremstem Klimawandel als Referenzpfad gewählt, ermöglichen klimapolitische Massnahmen einen günstigeren Wachstumspfad. Allerdings ist die Verbesserung der Entwicklung nur dann möglich, wenn die Klimapolitik international koordiniert wird.

Die einzelnen Sektoren werden von Energie- und Klimapolitiken unterschiedlich betroffen, je nach Investitionsneigung, Energieintensität und sektoralen Verbindungen. Ist die Politik im Inland ambitionierter als im Ausland, ergibt sich eine leichte Akzentuierung des Strukturwandels. Eine Zunahme der Arbeitskräfte in der Schweiz hat jedoch nur geringe Auswirkungen. Die Verwendung von CO2-Abgaben für Subventionen an Forschung und Entwicklung hat langfristig positive Wachsstumseffekte.

Diese Ergebnisse wurden am 11. März 2010 an der ETH Zürich von den ForscherInnen präsentiert.

Das Projektteam der ETH sowie Vertreter aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft diskutierten diese neuen Prognosen und mögliche Lösungen für die Schweiz.

Hauptreferenten: Prof. Lucas Bretschger, Florentine Schwark, Roger Ramer

Podium mit: Kathy Riklin, David Bresch, Tony Kaiser, Philippe Thalmann, Hans-Peter Burkhard (Moderation)

Flyer zur Veranstaltung




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