Nachhaltige Stadt Zürich – auf dem Weg zur 2000-Watt-Gesellschaft
Die Stadt Zürich sieht sich einerseits mit den stetig steigenden Bedürfnissen bezüglich Mobilität, Wohnen, Komfort und allgemeinem Konsum konfrontiert und andererseits soll die hohe Lebensqualität auch künftig erhalten und verbessert werden. Das Konzept der nachhaltigen Entwicklung dient dabei als Richtschnur. Zentrale Herausforderungen für die Politik stellen der wachsende Energie- und Ressourcenverbrauch, die grossen Mengen von Treibhausgasen sowie die Luft- und Lärmbelastungen mit ihren Folgen für die Gesundheit der Bevölkerung dar.
Die Stadt Zürich verankert die Nachhaltigkeit sowie die 2000-Watt-Gesellschaft in der Gemeindeordnung durch eine entsprechende Ergänzung. Damit setzte sie im November 2008 ein bedeutendes Zeichen.
Im Rahmen des Legislaturschwerpunktes "Nachhaltige Stadt Zürich – auf dem Weg zur 2000-Watt-Gesellschaft" setzt die Stadtregierung einen Schwerpunkt in der Umwelt-, Energie- und Klimaschutzpolitik, der auf eine langfristige Perspektive (2050) ausgelegt ist:
• Der Umfang und die Art des Energie- und Ressourcenverbrauchs sollen so gestaltet werden, dass die Verfügbarkeit der Energie und die Qualität der Umwelt auch für die zukünftigen Generationen erhalten bleiben. Im Zentrum stehen dabei ein geringerer und umweltverträglicher Energieverbrauch sowie ein umweltfreundlicher Umgang mit Ressourcen und geschlossene Stoffkreisläufe. Innovative technische Lösungen, gesellschaftliche Lernprozesse, neue Lebensstile und Managementkonzepte sollen der Zielerreichung dienen.
• Leitlinien für die nachhaltige Entwicklung sind die Vorgaben der «2000-Watt-Gesellschaft». Dabei dient als Nachhaltigkeitsindikator insbesondere der durchschnittliche Energieleistungsbedarf pro Person, welcher maximal 2000 Watt betragen und zu 75 % durch erneuerbare Energien abgedeckt werden soll. Zusätzlich wird ein CO2-Ausstoss von höchstens einer Tonne pro Person
und Jahr vorgegeben.
Als Beitrag zur Erreichung der erwähnten Ziele sind folgende Strategieschwerpunkte vorgesehen:
Umwelt- und klimaverträgliche und nicht nukleare Energieversorgung:
• Konzept einer langfristig umsetzbaren 2000-Watt-Gesellschaft für die Stadt Zürich mit einer Energievision 2020 als Zwischenziel. Dabei soll aufgezeigt werden, mit welchen Massnahmenschwerpunkten der Energiebedarf pro Kopf innert zweier Generationen um den Faktor 3 und der CO2-Ausstoss um den Faktor 9 reduziert werden kann.
• Grundlagen für eine künftige Stromversorgung der Stadt Zürich ohne neue Kernenergieanlagen.
Umsetzung der Energievision 2020 in Richtung 2000-Watt-Gesellschaft:
• Aktionsplan für die ersten Schritte in Richtung 2000-Watt-Gesellschaft und Umsetzung erster Massnahmen. Schwerpunkte sind dabei die effiziente und effektive Energienutzung und der verstärkte Einsatz erneuerbarer Energien durch eine Optimierung der Wasserkraft und vermehrte Nutzung von Geothermie, Sonne, Biomasse und Wind sowohl für den stadteigenen Haushalt wie auch für das gesamte Stadtgebiet.
Mehr zu den Scenarien der Umsetzung dieser Ziele finden Sie in:
Die Stromzukunft der Stadt Zürich. Sicher, umwelt- und klimafreundlich (2009)
Nachhaltiges Planen, Bauen und Bewirtschaften:
• Es werden die räumlichen Voraussetzungen geschaffen, die gleichzeitig die wirtschaftliche Entwicklung fördern, eine hohe Lebensqualität ermöglichen und die natürlichen Ressourcen schützen.
• Realisierung städtischer Bauprojekte mit möglichst tiefem Energiebedarf, die als Vorbilder für die 2000-Watt-Gesellschaft gelten (z.B. Stadtspital Triemli). Hierfür sind nachhaltige Baumaterialien und eine einfache, nutzerorientierte Technisierung einzusetzen.
• Investitionen in städtischen Liegenschaften erfolgen kontrolliert und strategisch durchdacht. Zudem soll erreicht werden, dass in der Planung nicht nur Erstellungs- sondern auch Folgekosten über die ganze Lebensdauer beachtet werden.
• Bei den bestehenden Gebäuden soll der Energieverbrauch gesenkt und eine optimale Nutzungsflexibilität erreicht werden.
Stadtverträgliche Mobilität:
• Förderung des Fuss- und Veloverkehrs durch den Ausbau von Routen und durch die Schärfung des Bewusstseins für diese Fortbewegungsarten.
• Ausbau der Bahn-, Tram-, und Busnetze und Förderung des Einsatzes von energie- und umwelteffizienteren Fahrzeugen.
• Mit stadteigenen Mobilitätskonzepten wird die Verwaltung zum Vorbild im Mobilitätsmanagement.
• Einleitung des Prozesses für die Konkretisierung eines Road Pricing im Wirtschaftsraum Zürich zusammen mit dem Kanton.
Stärken des umwelt- und gesundheitsbewussten Handelns:
• Stärkung und Erweiterung des Wissens über die Zusammenhänge zwischen Umweltbelastung und Gesundheitsfolgen (inkl. Gesundheitskosten). Besondere Schwerpunkte bilden Massnahmen zur Verminderung der städtischen Luft- und Lärmbelastung, zur Verbesserung des Innenraumklimas in Gebäuden und zur Gesundheitsförderung.
• Verstärkung der Anreize für präventive Massnahmen im Umwelt- und Gesundheitsschutz.
• Die Stadtverwaltung wirkt in besonders umwelt- und gesundheitsrelevanten Bereichen durch das eigene Handeln als Vorbild.
Abschlussbericht zum Legislaturschwerpunkt 4
Öko-Kompas
Die Umweltberatung der Stadt Zürich bietet für KMU's Standortorigenierung vor Ort, spezifische Programme oder auch simple Sofortmassnahmen rund um das Thema Ressourcenoptimierung und Finanzierung an. Weitere Informationen finden Sie hier.
Methodikpapier
Für die Berechnung des Primärenergiebedarfs in Watt pro Person und der Treibhausgasemissionen haben die Stadt Zürich und das Bundesamt für Energie mit Unterstützung von Novatlantis einen methodischen Leitfaden erarbeitet.
Projektträger: Stadt Zürich, Novatlantis
Websites:
Nachhaltige Stadt Zürich - auf dem Weg zur 2000-Watt-Gesellschaft: Gesundheits- und Umweltdepartement
Nachhaltige Stadt Zürich - auf dem Weg zur 2000-Watt-Gesellschaft: Hochbaudepartement
Kontakt: Veronika Sutter-Gmür, Novatlantis, gmuer(at)novatlantis.ch
Quelle: Legislaturschwerpunkte 2006 – 2010: Ziele und Strategien für die laufende Legislatur. Mediendienste der Stadt Zürich, 2006

Die am 2. Modernisierungswettbewerb «Denkmalgeschützt - und doch modernisiert» in Basel...





